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Ukraine-Krieg – der Tag im Überblick


Auch an Tag 22 des Krieges in der Ukraine gehen Tod und Zerstörung weiter. Präsident Selenskyj richtete einen eindringlichen Appell an den Bundestag. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

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Drei Wochen nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem leidenschaftlichen Appell mehr Hilfe von Deutschland gefordert. Wieder gehe eine Mauer durch Europa, sagte Selenskyj laut Simultanübersetzung in einer Videoansprache an den Bundestag. Er richtete sich direkt an Bundeskanzler Olaf Scholz: “Zerstören sie diese Mauer.” Bei der Metapher der Mauer bezog sich Selenskyj auf den früheren US-Präsidenten Ronald Reagan. Dieser hatte 1987 an die Sowjetunion appelliert, die Berliner Mauer niederzureißen. Hier finden Sie die Rede Selenskyjs im Wortlaut.

Bund und Länder wollen die Aufnahme der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine als Gemeinschaftsaufgabe angehen. Das betonten Bundeskanzler Olaf Scholz und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst nach einer Ministerpräsidentenkonferenz. Wüst sagte, diese Hilfe sei eine große “nationale Aufgabe”. Über die Frage, wer dabei welche Kosten trägt, erzielten Bund und Länder zunächst keine Einigung. Eine Arbeitsgruppe soll bis zum 7. April einen entsprechenden Beschluss vorbereiten.

Angriffe mit vielen Toten in mehreren Städten

Auch an Tag 22 nach dem russischen Angriff meldet die Ukraine weiter Kämpfe und Zerstörung. Bei einem Angriff im ostukrainischen Gebiet Charkiw sind Behördenangaben zufolge 21 Menschen getötet worden. Weitere 25 Menschen seien in der Stadt Merefa verletzt worden. Zuvor hatte die ukrainische Armee bereits mitgeteilt, dass russische Truppen in der vergangenen Nacht in Merefa eine Schule und ein Kulturhaus beschossen hätten. Das ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Am Abend meldete die Ukraine, der Markt “Barabashovo” in Charkiw sei zum Ziel eines russischen Angriffs geworden. Das Gelände stünde in Flammen, das Feuer habe auch auf umliegende Gebäude übergegriffen. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. 

Russland: Schwere Kämpfe um Großstadt

Russland berichtete, es habe erneut schwere Kämpfe um die Stadt Sjewjerodonezk gegeben. Die Einheiten der selbst ernannten Volksrepublik Luhansk hätten in der Nacht zum Donnerstag Erfolge “gegen ukrainische Nationalisten” erzielt, teilte das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag in Moskau mit.

Auch im Gebiet Donezk ging die Offensive nach russischen Angaben weiter. Dort seien die Ortschaften Nowomajorske und Pretschystiwka eingenommen worden. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurden auch drei Kommandostellen und sechs Munitionsdepots zerstört. Bei einem Angriff nahe der Stadt Sarny im Norden der Ukraine auf ein Munitionslager seien auch Raketen zerstört worden, hieß es.

G7: Humanitäre Hilfe ermöglichen

Die G7-Gruppe der führenden westlichen Industrienationen hat Russland aufgefordert, unverzüglich humanitäre Hilfe für Mariupol und andere belagerte ukrainische Städte zu ermöglichen. Die Belagerung und die Verweigerung humanitärer Hilfe seien nicht hinnehmbar, heißt es in einer nach Beratungen der Gruppe von der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock verbreiteten Erklärung. Deutschland hat derzeit den Vorsitz der Gruppe der führenden westlichen Industrienationen. Neben Deutschland gehören den G7 auch Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Großbritannien an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat Wladimir Putin nach türkischen Angaben zu einem Treffen mit Selenskyj in die Türkei ein. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu traf seinen ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba in Lwiw. Die Ukraine habe vorgeschlagen, dass die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats sowie die Türkei und Deutschland als Garanten für ein Sicherheitsabkommen zwischen Moskau und Kiew fungierten, so Cavusoglu. Nach dem Treffen resümierte er, auch in Hinblick auf seinen Besuch in Moskau am Vortag: “Die Hoffnungen auf eine Waffenruhe sind gestiegen”.



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